Kverneland Qualidisc: Kurzscheibenegge für die Großfläche

Die Qualidisc 21123 T ist die größte Kurzscheibenegge im Programm von Kverneland mit einer Arbeitsbreite von 12,25 m. Sie ist für Arbeitsgeschwindigkeiten bis 20 km/h ausgelegt

Sonderdruck

www.agrarheute.com

Die Qualidisc 21123 T ist die größte Kurzscheibenegge von Kverneland. Sie verspricht hohe Flächenleistungen.

Kurzscheibenegge für die Großfläche Die Qualidisc 21123 T ist die größte Kurzscheibenegge im Programm von Kverneland mit einer Arbeitsbreite von 12,25 m. Sie ist für Arbeitsgeschwindigkeiten bis 20 km/h ausgelegt.

SONDERDRUCK aus dem agrarheute Magazin Heft März 2026 Postfach 40 05 80 • 80705 München • Tel. +49(0)89-12705-276 • redaktion@agarheute.com • www.agrarheute.com

1

AUF DEN PUNKT  Die Kurzscheibenegge Qualidisc 21123 T ist 12,25 breit und arbeitet 3 bis 15 cm tief.  Mit 600 mm großen Scheiben ist sie für Arbeitsgeschwindig- keiten bis 20 km/h ausgelegt.  Ein besonders Hydrauliksystem

sorgt für eine gute Bodenan- passung aller Arbeitsfelder.

G roße Flächen brauchen große Gerä- te und große Traktoren. All das war beim Bootcamp unserer Schwester- zeitschrift traction geboten. Grund genug für agrarheute, mal XXL-Geräte in der Pra- xis zu testen. Ein Gerät war die Qualidisc 21123 T von Kverneland. Diese Kurzscheibeneggen gibt es in zwei Baureihen. Die Farmer-Baureihe mit 520 mm großen Scheiben wird von 1,75 m bis 6 m starr, klappbar und gezogen an- geboten. Bei der Pro-Serie mit 600 mm großen Scheiben gehen die Arbeitsbreiten bis zu 12,25 m bei der getesteten Quali- disc 21123 T. Allen gemeinsam ist: Sie sind für Ar- beitsgeschwindigkeiten bis 20 km/h ausgelegt. Die Geschwindigkeit ist nicht nur für die Schlagkraft wichtig, sie be- stimmt auch das Arbeitsergebnis. Nur bei hohen Geschwindigkeiten wird der Boden ausreichend gekrümelt und ge- mischt. Optimal sind für Kurzscheibeneg- gen Geschwindigkeitsbereiche ab 10 bis 12 km/h. Große Scheiben Die 600 mm großen Scheiben sind speziell gehärtet. Außen und innen an der Lage- rung sind sie hart, in der Mitte weicher und elastischer, was besonders auf steinigen Bö- den von Vorteil sein soll. Kverneland spricht von einer rund 20 Prozent höheren Lebens- dauer als bei Standardscheiben. Durch die konische Form soll auch bei zunehmendem Verschleiß der Schnittwinkel und damit der Bodeneinzug konstant bleiben. Wir hatten die fein gezackten Schei- ben im Einsatz, die für ausreichend Rota- tion sorgten, aber gleichzeitig eine ultra- flache Bodenbearbeitung ermöglichen. Die Arbeitstiefe lässt sich von 3 bis 15 cm stufenlos hydraulisch einstellen. Der ganz- flächige Schnitt, der bei der flachen Stop- pelbearbeitung gewünscht ist, soll mit den

2

1 Die vier Segemente wer- den im Feld durch ein Stützrad vorne und die Walzensegmente hinten in der Tiefe geführt. 2 Am Vorgewende läu die Kurzscheibenegge auf den Stürzrädern und der Walze. Durch die lange Deichsel sind kurze Vor- gewende möglich. 3 Die Scheiben sind 600 mm groß. Jeweils 49 Scheiben sind in zwei

3

Reihen mit 900 mm Abstand im Rahmen montiert. Das ergibt

4

einen Scheibenabstand von 25 cm. Die Rückver- festigung erfolgt über die Actipress-Twin- Walze. 4 Die Tiefeneinstellung vorne erfolgt bequem über eine Skala an einem Stützrad und wird auf die anderen übertragen.

2

SONDERDRUCK 2026

Die Tiefeneinstellung hinten erfolgt ebenfalls über ein Gestänge an der Packerwalze und verstellt alle Hydraulikzylinder gleichzeitig.

Die Qualidisc verfügt über eine ausgeklügelte Hydraulik und wird über Load Sensing gespeist. Vorteil: Gleicher Bodendruck an allen Segmenten.

49 Scheiben je Reihe Die Scheiben sind einzeln gummigelagert am Vierkantrohr montiert. Der Scheiben- arm ohne Ecken und Kanten soll einen gu- ten Bodenfluss gewährleisten. Die Axial-

feinen Scheiben ab 3 cm Bearbeitungstiefe erreicht werden. Praktisch: Die Überlap- pung der Scheiben lässt sich einstellen, denn mit wachsendem Verschleiß wird die Überlappung geringer.

Bei der Qualidisc 21123 T lässt sich die Überlappung in sechs Stufen einstellen, sodass die Scheiben erst erneuert werden müssen, wenn sie nur noch einen Durch- messer von 400 mm haben.

Überblick Kverneland Qualidisc 21123 T

Lob + Tadel hohe Flächenleistung durch 12,25 m Arbeitsbreite

Technische Daten Hersteller

Kverneland

Typ Art

Qualidisc 21123 T Kurzscheibenegge

Arbeitsgeschwindigkeit bis 20 km/h möglich große Scheiben mit 600 mm Durchmesser gute Bodenanpassung durch das Ground-Contour-System

Arbeitsbreite Arbeitstiefe

12,25 m

3 bis 15 cm

Durchmesser der Scheiben

600 mm

ausgelegt für Traktoren bis über 600 PS geeignet für Control Trafic im 12-m-Raster hohes Gewicht, sorgt jedoch für ruhiges Arbeiten

Dicke der Scheiben Anzahl der Scheiben Scheibenabstand

6 mm

98

250 mm

Aufhängung der Scheiben

einzeln gummigelagert

Packer

Actipress Twin

Durchmesser des Packer

565 mm 220 kg/m

Packergewicht pro m Arbeitsbreite

Transportbreite Transporthöhe

2,95 m 3,75 m 9,70 m

Mindesteinsatz 1.153 ha/Jahr

Länge

Anhängung

Zugpendel und Cross Sha KAT 3 & 4

fK

17.300 €/Jahr

ME =

=

= 1.153 ha/Jahr

Stützlast Achslast Gewicht

5.400 kg 9.180 kg 14.800 kg

ÜV – vK

22 €/ha – 7 €/ha

Erklärung ME

Breifung Fahrwerk Bereifung Stützräder

560/60 - 22,5 400/60 - 11,5

Mindesteinsatz

fK

feste Kosten: 17.300 €/Jahr (= 10 % vom Listenpreis)

Notwendige Steuergeräte

2 DW

Leistungsbedarf

400 bis 650 PS 159.578 Euro

vK

variable Kosten: 7 €/h (Verschleiß, Wartung)

Preis in Grundausstattung

ÜV

Leihsatz: 22 €/h

Gesamtpreis der Testmaschine

173.006 Euro

Quelle: Herstellerangaben, Listenpreise ohne MwSt.

www.agrarheute.com, Ausgabe 03/2026

3

SONDERDRUCK 2026

(xx)

Die Scheibenfelder werden hydraulisch vorge- spannt, damit alle Scheiben gleich tief arbeiten.

Das Fahrgestell für den Transport schwenkt über das Gerät und sorgt für zusätzliches Gewicht, damit die Scheiben zuverlässig einziehen. So gibt es auch keine Spuren im Vorgewende.

Clevere Hydraulik ... Die Arbeitstiefe wird vorne und hinten über ein Gestänge mit Scala eingestellt. Ein Sensor erkennt die Einstellung und regelt dann die Hydraulik. Ein sogenann- tes Master-and-Slave-System sorgt dafür, das die Einstellung des einen Segments bei den anderen Feldern identisch übertragen wird, um die Arbeitstiefe bei allen Felder gleich zu haben. Eine Besonderheit der Qualidisc ist noch das Ground-Contour-System. Die einzel- nen Felder sind pendeln aufgehängt, um der Bodenkontur besser folgen zu können. Eine spezielle Hydraulik sorgt dafür, dass der Bodendruck an allen Segmenten über die jeweilige Arbeitsbreite gleich ist. Dabei werden die beiden äußeren und die beiden inneren Felder gemeinsam verstellt. ... mit Feinjustierung Sollte ein Scheibenfeld links oder rechts zu tief arbeiten, lässt sich über die hydraulische Feinjustierung der Druck der Segmente so einstellen, dass sie bodenparallel arbeiten. Das Ergebnis ist gute Konturführung und trotzdem eine gleichmäßig bearbeitete, ebene Bodenoberfläche. Das System hat bei unserem Einsatz gut funktioniert. Die Kurzscheibenegge soll spurtreu hin- ter dem Traktor laufen. Tut sie das nicht, lässt sich die Zuglinie des Gerätes über

schrägkugellager sind mehrfach abgedich- tet und somit wartungsfrei. Die beiden Scheibenreihen sind um 250 mm versetzt auf zwei Reihen im Abstand von 900 mm montiert. Der weite Reihenabstand soll Verstopfungen vermeiden. Die Qualidisc wurde bei uns mit ei- ner Zugöse angehängt, alternativ gibt es noch eine Cross Shaft Kat 3 & 4, die in den Unterlenkern angehängt wird. Kommt eine Zugöse zum Einsatz wird normalerweise ein Hydraulikzylinder für paralleles Anhaben verbaut, allerdings hatte unser Zugfahrzeug beim traction - Bootcamp keine Dreipunkaufhängung und so mussten wir etwas improvisieren, da unser Gerät nur mit Teleskopstange ausgerüstet war. Das hat aber keinen Ein- fluss auf das Arbeitsergebnis, sondern beeinflusst hauptsächlich das An- und Abkuppeln. Vier Arbeitsfelder Die Kurzscheibenegge verfügt über vier Arbeitsfelder, die vorne jeweils über ein Stützrad in der Tiefe geführt werden. Hinten erfolgt die Tiefenführung über die Walze. Die beiden äußeren Felder haben eine Breite von 2,75 m, die beiden inne- ren sind 3,50 m breit. Wir hatten die Acti- press- Twin-Walze, eine Doppel-U-Profil- walze montiert. Optional gibt es noch eine Actipress-Singel-Walze und eine Actipack- Walze ohne Messer. Die Walzen sind etwas breiter als die Arbeitsbreite der Scheiben, um auch am Maschinenrand eine gleichmäßige Rück- verfestigung für einen gleichmäßigen An- schluss zu gewährleisten. Ausgelegt ist die Arbeitsbreite von 12,25 m für Control Trac Farming (CTF), um für das 12-m- System die notwenige Überlappung mit- zubringen.

die Tiefeneinstellung vorne oder hinten anpassen. Zieht die Qualidisc nach rechts, wird vorne zu tiefe gearbeitet, zieht sie zur linken Seite, arbeiten die hinteren Schei- ben zu tief. Die Zuglinie wird also über die Arbeitstiefe der jeweiligen Scheibenreihe korrigiert. Da die Scheiben der Qualidisc den Boden seitlich bewegen, wird der Bo- den über seitliche Ablenkplatten wieder in die Maschinenbreite gelenkt. Die im Paral- lelogramm geführten Seitenschilde lassen sich sowohl in der Breite als auch in Höhe an den jeweiligen Boden und die Arbeits- tiefe anpassen, um einen ebenen Anschluss an die benachbarte Spur zu gewährleisten. Uns hat die Arbeitsqualität der Quali- disc 21123 T gut gefallen. Auch die Bo- denanpassung quer zur Fahrtrichtung hat gepasst, wenngleich die Anforderungen auf unserem Testfeld nicht allzu groß wa- ren. Das Einstellen ist schnell und einfach erledigt. Es reichen zwei doppelt wirkende Steu- ergeräte für die Bedienung. Ein Steuer- gerät bedient das Fahrgestell, das andere das Klappen und die Arbeitsstellung. Hier sorgt ein Sensor für die jeweils richtige Funktion. Den Rest übernimmt die aus- geklügelte Load-Sensing-Hydraulik, die aber auch auf Durchfluss umgestellt wer- den kann. Zum Wenden am Vorgewende läuft das Gerät auf der Walze, so wird das Gewicht gleichmäßig verteilt. Die großen Stützräder vorne können um 360 Grad drehen, sodass ein schnelles Wenden zum Anschlussfahren möglich ist. Auch bei hohen Fahrgeschwin- digkeiten liegt die Qualidisc erstaunlich ruhig. So ist eine große Flächenleistung möglich, vorausgesetzt das Zugfahrzeug verfügt über die nötige Leistung. Aber das war bei unserer Fendt-Raupe 1167 Vario MT mit 673 PS mehr als gegeben. ●

Bernd Feuerborn Redakteur Landtechnik bernd.feuerborn@agrarheute.com

4

SONDERDRUCK 2026

Page 1 Page 2 Page 3 Page 4

www.kverneland.de

Powered by